Aug 022012
 

Dass Veronica großartig kochen kann hatte ich hier und hier bereits beschrieben. Nachdem sie am Anfang noch recht vorsichtig mit uns war – sowohl was die Verwendung von Gewürzen als auch die Speisenauswahl anging, macht jedes Lob ob ihres köstlichen Essens sie mittlerweile ein wenig mutiger. Habe ich also vor einigen Wochen noch von Fischcurry und Dal geschwärmt, hat sich unsere kulinarische Palette mitterweile um Tandoori Hühnchen (ok, Klassiker – aber wusstet Ihr, dass die hübsche rote Colorierung nicht etwa nur von den Gewürzen, sondern daneben auch von schnöder Lebensmittelfarbe kommt?), gefüllte Fische (zugegeben, die waren ausnahmsweise nicht so lecker), gebratete goanesische Würste (großartig, hat uns an Chorizo erinnert) und grünes Blumenkohl-Curry erweitert.

Bisheriger Höhepunkt aber: Veronicas Vorschlag, doch mal ein Huhn im ganzen zuzubereiten. Mein naives deutsches Hobbyköchinnenhirn dachte dabei: “Prima, bringt sie also demnächst statt Hühnerschenkeln mal ein ganzes Huhn mit. Küchenfertig vorbereitet, versteht sich. Übersichtlich.” Und so willigte ich freudig ein.

Letzte Woche war es dann soweit. Veronica kam auf den Vorschlag des vollständigen Huhnes zurück und weihte mich sodann auch in ihre Pläne ein, wie die Zubereitung desselben von statten gehen solle: Mitnichten würde das Huhn bereits küchenfertig in unserer Wohnung ankommen. Sie plante, es vor Ort zu rupfen und auszunehmen. “Ok”, dachte ich, “ich muss ja nicht zwangsläufig aktiv mitmachen, soll es halt so sein.” Von meiner weiteren Zustimmung angespornt, erweiterte Veronica die Vorbereitung der Henne sogleich darum, dass sie sie doch auch vor Ort schlachten könne: “Like this, it’s very, very fresh!”

Das allerdings habe ich dann dankend abgelehnt denn a) hätte ich sicher Mitleid mit dem armen Gockel bekommen, es am Leben gelassen und damit zwar mit Sicherheit unseren beiden pelzigen Mitbewohnern, weniger aber uns und unserem Vermieter Freude bereitet, und b) wollte sie das arme Vieh ertränken. Da war mir dann doch lieber, der Chicken-Shop-Besitzer dreht ihm den Hals um und das Tier ist dann dreißig Minuten weniger frisch, wenn Veronica anfängt, es zuzubereiten…

Nachdem der Vogel aber zumindest noch mit allem drum und dran bei uns ankam, habe ich beschlossen ihr posthum wenigstens einen Namen zu geben, et voilà: Berta!

  Eine Antwort zu “Bye Bye Berta!”

  1. Oha… mehr fällt mir fast nicht dazu ein. Es ist immer gut zu wissen, wo das eigene Essen herkommt… aber ich glaube, ich hätte gespuckt. Das wäre mir dann doch zu viel gewesen.

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