Jan 312012
 

Mr. Omprakash!

Laughing Omprakash

Wir dürfen hier in Indien laut Company Security Policy nicht Auto fahren. Das hat gute Gründe und ehrlich gesagt, steht mir – Mumbais Verkehrssituation im Hinterkopf – auch gar nicht der Sinn danach.

Und weil eben die Security Policy ist wie sie ist, stellt Volkswagen uns zum Auto auch einen Fahrer zur Verfügung, den wir (oder präziser Frederik) aus dem vorhandenen Drivers Pool auswählen durfte. Nachdem Omprakash Frederik schon bei seiner ersten Dienstreise nach Indien vom Flughafen abgeholt hatte, prima Englisch spricht und immer lacht, wenn man ihn trifft, war die Wahl klar. Und letzten Samstag war es dann soweit: Omprakash ist uns nun als “personal driver” zugeteilt.

Das heißt für ihn: verlässlichere Arbeitszeiten (die Poolfahrer müssen quasi auf Zuruf immer dann ran, wenn irgendwer irgendwo von A nach B muss) und nicht ständig wechselnde Fahrgäste. Und für uns: Nie wieder per iPhone GPS dem Taxifahrer klarmachen zu müssen, dass wir sehr wohl merken, dass er gerade in konzentrischen Kreisen unser Fahrtziel umrundet und so die freundliche Einwilligung, das Taxameter anzuschmeißen, direkt wieder zunichte macht.

Außerdem heißt das: die tägliche “Sendung mit der Maus”. Du willst wissen, warum so viele Taxis die Namen von Stadtteilen auf der Heckscheibe kleben haben? Frag Omprakash. Von wo hat man den schönsten Blick auf den Sealink? Frag Omprakash. Der schönste Blumenmarkt? Omprakash weiß wo. Wofür steht die Abkürzung DN, die wir vorher noch nie auf einem Autokennzeichen gesehen hatten? Omprakash beantwortet auch das und garniert die Information direkt mit dem Zusatz, dass “Dadra und Nagar Haveli” als Unionsterritorium Sonderstatus hat und man deswegen dort günstig Whiskey kaufen könne. Warum vermeintlich herrenlos in den Straßen herumlaufende Kühe eigentlich gar nicht herrenlos sind? Auch dazu weiß Omprakash eine Geschichte zu erzählen und berichtet uns von seinem Großvater, der seinen Ruhestand damit verbrachte, einen der heiligen Paarhufer zu versorgen. (O-Ton “He bought a cow and served it and that’s what I will do when I retire, too.”)

Nach eigener Aussage kann man ihn, der hier mehr als ein Jahrzehnt Taxifahrer war, mit verbundenen Augen durch Mumbai fahren, irgendwo aussetzen und er weiß sofort wo er war. Glaube ich unbesehen. Frederik hingegen hat ihm direkt versprochen, das wir das – sobald wir das Fahrtraining in Pune hinter uns gebracht haben und damit dann indische Führerscheine beantragen dürfen – ausprobieren. Überflüssig werden Omprakashs Dienste übrigens auch nach dem Fahrtraining nicht: Selbst mit indischem Führerschein erlaubt uns die erwähnte Security Policy das Fahren nur nachts und am Sonntag. Aber wer will sich selbst in den indischen Verkehrswahnsinn wagen, wenn er stattdessen gemütlich schwatzend mit Omprakash unterwegs sein kann?

Lachen tut Omprakash übrigens wirklich ständig. Deshalb trifft das Bild oben sehr exakt unseren Eindruck von ihm. Als ich ihn fragte, ob ich das Foto für den Blog verwenden dürfe, bestand er darauf, dass ich noch eine zweite seriösere Aufnahme von ihm machen möge. Klar Omprakash, mache ich gern, aber wenn Du auf meinem iPhone anrufst, wird immer das erste Foto auf dem Display erscheinen!

Also, auf besonderen Wunsch, hier die ernste Version von Omprakash:

Serious Omprakash

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